Etienne Michel

Author's posts

Vendredi: Home Sweet Home

Da alle Zimmer bis 10 Uhr geräumt werden mussten, sind einige von uns um 7 Uhr aufgestanden und andere um zehn vor zehn. Obwohl Collin professionelle Anweisungen gab, wie alle Bettlaken eines Zimmers zu einem Bündel zusammengeknäult werden sollten, stellte es sich für einige als große Herausforderung dar.

Um 14 Uhr sollten wir eigentlich in unseren Bus einsteigen, der parkte leider wegen Parkplatzmangel und Berufsverkehr einen Kilometer vom Hostel entfernt. Es blieb uns nichts anderes übrig, als unsere sieben Sachen dorthin zu schleppen. Ein Schüler, dessen Namen nicht erwähnt wird, brach unter der Last seines Gepäcks zusammen; daraus hat er gleich zwei Lektionen gelernt: Erstens braucht man unbedingt einen Koffer mit Rollen; zweitens sollte man frühstücken, bevor man so eine sportliche Leistung erbringt!

Angeschnallt und startklar waren alle Zeugen einer heldenhaften Aktion, auf die sogar James Bond neidisch wäre: Einem wenig sozialen Einheimischen war es gelungen, unseren Busfahrer abzulenken und sein Handy durchs Fenster zu klauen. The Flash alias „Ingo der Busfahrer“ sprang aus dem Bus, verfolgte den auf einem Fahrrad fliehenden Dieb, riss ihn zu Boden und eroberte sein Handy zurück. Der Dieb kam leider nur mit einem heftigen Schock davon. Die ganze Aktion wurde zufällig Insta-mäßig mit der Dashcam aufgenommen.

Einmal losgefahren wurde der Bus regelrecht zu einer RTL2 Reality-Doku „Malle ist nur einmal im Jahr“. Aber dieser wildgewordene Haufen von schlecht jodelnden Party-Schülern mutierte schnell zu einer Bande komatös schnarchender Pubertiere.

Irgendwo in Belgien, während Ingo der Busfahrer seine vorgeschriebene 15-Minuten-Pause nutzte, um seinen Koffeinpegel aufrechtzuerhalten, war der Moment gekommen, um Danke zu sagen. Weil wir in Paris keine Dankeskarte finden konnten, die groß genug war, so dass wir alle darauf unterschreiben konnten, haben wir uns für eine Ente entschieden. Wir mussten nicht mal in einen Zoo einbrechen! Da Frau Kalus offensichtlich einen Quietscheentchen-Fetisch hat, entschlossen wir uns, ihr das größte, kitschigste, pinkeste Quietscheentchen der Welt zu überreichen. Sie war bestimmt überwältigt.

Um 21.30 Uhr war die Reise schon zu Ende. Zu Hause erwartete uns eine warme Mahlzeit, eine lange, heiße Dusche und unser eigenes, nicht quietschendes Bett.

Und das war’s! Mal sehen, ob die Parisfahrt 2021 unsere abgefahrene Woche toppen kann!

Jeudi: Das letzte Abendmahl

Weil einige von uns nach sechs Tagen immer noch nicht genug vom Shopping hatten, hat Monsieur Michel uns eine Führung durch das berühmte Kaufhaus „Galeries Lafayette“ angeboten. Dort sahen wir Kleidung, Handtaschen, Parfums und Lebensmittel, die wir uns niemals im Leben leisten werden können.

Eine halbe Stunde später befanden wir uns alle in la Défense, der größte Wirtschaftspol Europas, der eher einem Drehort des nächsten Star Wars-Film ähnelt. Dort bewunderten wir la Grande Arche (nein, das ist nichts Perverses – es bedeutet „der Große Bogen“, es ist nicht so wie ihr denkt!). Um die Ecke entdeckten wir noch etwas Großes: einen 12 Meter hoch, 18 Tonnen schwer, bronzenen Daumen! Die Bedeutung des überdimensionalisierten Kunstwerkes ist bis heute nicht bekannt und Anzug tragende Einheimische finden es völlig normal, täglich an diesem riesigen Körperteil vorbeizugehen.

Gerade als wir uns wohl und sicher fühlten, haben unsere Lehrer es schon wieder getan: Sie drückten uns Métro-Tickets in die Hand und haben sich aus dem Staub gemacht. Den Rest des Tages konnten wir machen, was wir wollten, und dorthin fahren, wohin wir wollten. Nach einigen Minuten leichter Panik und einem Spekulatius-McFlurry haben wir uns entschieden, das gigantische Einkaufzentrum unter unseren Füßen zu entdecken. Andere sind zurück zur Champs-Élysées gefahren, da sie noch nicht genug Handtaschen erworben hatten und weitere wollten eine Karikatur von sich auf dem Place du Tertre in Montmartre zeichnen lassen. Es gab ein paar kleinere und größere Notfälle, aber dank Frau Kalus‘ Kreditkarte, eines Mülleimers und Kühlakkus konnte jedes Leiden überwunden werden.

Unser letztes Abendmahl der Parisfahrt fand im Restaurant „Maison Blanche“ im Quartier Latin statt. Der Chef hat den rustikalen Weinkeller für die RSHW als geschlossene Gesellschaft reserviert, was sich im Nachhinein als sehr vernünftig herausstellte, da einige von uns sehr zu viel Spaß am Abend hatten, insbesondere Monsieur Michel. Wir aßen ein traditionelles Fondue Savoyarde (Käsefondue mit drei verschiedenen Käsesorten) mit Brot, Kartoffeln und Wurstteller. Zu unserer Freude hat sich dieses Jahr niemand irgendein Körperteil verbrannt – alle mit heißem Käse beladenen Gabeln wanderten erfolgreich zum Mund. Auch wenn alle überfressen waren, hielten einige Hardcore-Schüler es für realisierbar, in der nahegelegenen Crêperie „Chez Suzette“ ein Crêpe zum Nachtisch zu verspeisen. Es wird wohl immer ein Rätsel bleiben, wo sie das hingesteckt haben.

 

 

 

Mercredi: Monsieur Michel verläuft ‚uns‘ im Louvre!

Es gibt nur sehr wenige Gründe, weshalb man freiwillig in aller Herrgotts Frühe sein Bett verlässt. Einer dieser Gründe hat natürlich mit einer Frau zu tun. Heute war es die Mona Lisa. Sie war umringt von mit Selfiesticks herumfuchtelnden asiatischen Touristen und ehrlich gesagt enttäuschend klein. Aber dafür hat Monsieur Michel uns in einer von Kunst inspirierten Ekstase durch das gesamte Museum geführt … und wir reden hier von einem Museum, das größer als 18 Fußballfelder ist! Es hat sich gelohnt, denn wir sahen spektakuläre Gemälde und Skulpturen, die man normalerweise nur in Filmen sieht, wie zum Beispiel die „Venus von Milo“ und „Nike von Samothrake“. Zudem fanden wir die ägyptischen Sarkophage und Sphinxe echt cool. Nach zwei Stunden konnte Monsieur Michel endlich einen Ausgang finden und wir haben aus Angst, nie wieder herauszufinden, diese Gelegenheit genutzt, das Künstlerparadies zu verlassen. Dann folgte eine Mittagspause, in der alle möglichen französischen Restaurants besucht werden konnten. Nach 20 Minuten trafen wir uns alle zufällig in McDonalds.

Nach der Pause ist es uns zum ersten Mal in der Geschichte der RSHW gelungen, als Gruppe den Triumphbogen zu besteigen. Jeder verfiel in andächtiges, ehrfürchtiges Schweigen beim Anblick der sternförmig angelegten Straßen. Dieser innere Frieden wurde jedoch gestört, wenn man auf die kreuz und quer durcheinander fahrenden Autos hinunterblickte, die um den (unserer Meinung nach) gestörtesten Kreisverkehr der Welt fahren. Hier herrscht keine StVO, nur das Überleben der Stärkeren.

Die Lehrer ließen dann leichtsinnig 21 Jugendliche auf die Avenue des Champs-Élysées los. Wir hatten genau zwei Stunden, um die mit Bäumen gesäumte Prachtstraße zu erkunden und unser hart verdientes Geld in Geschäften wie Disney Store, Sephora, Nike, FNAC, Adidas usw. auszugeben. Es kamen am vereinbarten Treffpunkt einige der Mädchen sogar mit Shoppingtüten von Longchamp und anderen edlen Läden an. Dort erfuhren sie, dass wir uns nun in das nächste Shopping-Mekka begeben: Le Forum des Halles. In diesem mehrstöckigen, unterirdischen Einkaufsparadies angekommen, gaben uns die Lehrer Métro-Tickets und entließen uns in die Freiheit. Dankbar für dieses Vertrauen waren wir alle pünktlich am späten Abend wieder zu Hause, einige von uns deutlich ärmer als vorher.

Mardi: Tag Nr. 5 in der Stadt der Liebe

Wir durften ausschlafen!!! Erster Programmpunkt für heute: Tote angucken! Gemeint sind die Millionen von Gebeinen in den Katakomben 20 Meter tief unter Paris. Die kunstvoll aufgeschichteten Beine und Schädel waren gruselig, aber auch total cool. Und nach 1,5km durch das enge, schlecht belüftete Labyrinth waren wir unglaublich froh, wieder unter freiem Himmel zu sein.

 

Als wir uns von den verstörenden Skeletten erholten, machten wir uns auf den Weg zum romantischsten Ort der Welt: der mit Panzerglas eingezäunte Eiffelturm! Ja, die Sicherheitsvorkehrungen wurden seit unserem letzten Besuch 2017 deutlich angezogen. Leider kam es für einige sehr überraschend, dass sie während der Sicherheitskontrolle ihre Scheren und kompletten Besteckschubladen abgeben mussten. Nach „nur“ einer Stunde in der Warteschlange konnten wir endlich die Treppen hinaufsteigen. Das fanden unsere sportbegeisterten Lehrer viel besser, als den Aufzug zu nehmen. Es war aber doch eine tolle Erfahrung, die Stadt aus verschiedenen Höhen zu sehen. Beim Hinaufsteigen haben wir einen wunderschönen Sonnenuntergang genossen. Ganz oben angekommen war es auch schön, aber extrem kalt! Nach einigen langatmigen Fotosessions haben wir glücklich und zufrieden den Weg nach unten gefunden … dieses Mal per Aufzug.

Am Fuße des Eiffelturms diskutierten wir eifrig, ob wir bei strömenden Regen und Hurrikane-artigen Windböen mit einem „Bateau Parisien“ (ein unbedachtes Sightseeing-Boot) auf der Seine fahren wollen. Wir wollten! Unser lebensmutiger Einsatz wurde belohnt mit einem einzigartigen Blick auf alle wichtige Sehenswürdigkeiten von Paris, insbesondere auf den smaragdgrün beleuchteten Eiffelturm. Dies war ein einmaliges Ereignis – denn die Beleuchtung soll an das Pariser Klimaabkommen von 2016 erinnern. Pitschnass und durchgefroren gingen wir gegen Mitternacht zufrieden mit den Bildern dieses Tages mit der Métro nach Hause und ins Bett.

Lundi: Die RSHW erobert Montmartre

Als Frau Kalus eine Tour der weltberühmten Cathédrale Notre-Dame de Paris buchte, ahnte sie nicht, dass diese noch vor unserem Besuch abfackeln würde. Davon haben wir uns nicht unterkriegen lassen und haben uns auf den Weg gemacht, die Überreste dieses heiligen Ortes zu würdigen. Leider war der Bauzaun im Weg.

Der nächste Programmpunkt war ein Besuch in dem durch Filme berühmten Bücherladen „Shakespeare & Company“. Zum Schock unserer Lehrer kauften sich tatsächlich einige nach langem, intensivem Stöbern englischsprachige Bücher. Dieser urige Laden ist weit von der üblichen Thalia-Buchhandlung entfernt: Kleine verwinkelte Räume, geziert von alten Holzbalken, ein mitten im Raum sinnlos angebrachtes Mini-Waschbecken und eine auf dem Sofa sitzende Katze, die die Kunden beobachtet. Wer hat sonst so eine Überwachungskamera!

Nach einem kurzen Abstecher in die Universität „Sorbonne“, die übrigens die drittälteste Universität der Welt ist, begaben wir uns in die Hall of Fame der Verstorbenen – das Panthéon. Hier sind die wichtigsten Franzosen begraben, die etwas Ausschlaggebendes für die Franzosen und den Rest der Menschheit getan haben. Zum Beispiel sahen wir die Grabstätten von Marie und Pierre Curie, die die Radioaktivität entdeckten; Louis Braille, der die Blindenschrift entwickelte; und verschiedene Schriftsteller, wie Victor Hugo („Der Glöckner von Notre-Dame“), Alexandre Dumas („Die drei Musketiere“), Jean-Jaques Rousseau (französischer Revolutionär). Der Autor von „Der kleine Prinz“ sollte dort auch begraben sein, allerdings wurde er nach seinem letzten Aufklärungsflug nie wiedergesehen. Er ist seit 1944 in der Wüste verschollen. Im Zentrum des Panthéons befindet sich ein riesiges Foucaultsches Pendel, das beweist, dass die Erde sich dreht.

Am Nachmittag begann die geheimnisumwobene #RSHW Challenge. Wir teilten uns in fünf Gruppen auf und mussten in 2,5 Stunden 11 verrückte Aufgaben bewältigen. Diese Fotochallenge erforderte Kreativität und Zeitmanagement. Jede Gruppe bekam eine Quietscheente als Maskottchen. Diese musste in jedem Bild zu sehen sein. Durch Aufgaben wie zum Beispiel Franzosen anzusprechen und ins Bild zu holen und Szenen aus berühmten Filmen nachzustellen, waren wir alle besonders gut drauf … es gab sogar einige Schüler, die dafür Straßenschilder hochkletterten. Die Siegerehrung verlief sehr amüsant und es stellte sich heraus, dass es unter den Teilnehmern doch so einige versteckte Talente gibt, die für den Sieg bereit sind sich ungehemmt an öffentlichen Orten zu blamieren. Wir haben alle gemeinsam gelacht. Mit großem Abstand gewann Team Blau (Lara, Luisa, Leonie, Shania, Tabea) mit sagenhaften 7 Punkten. Als Hauptgewinn wurden ihnen feierlich echte französische Bérets überreicht. Die ersten drei Plätze der #RSHW Challenge könnt ihr hier unten bewundern.

Écrit par Lara et Tabea

Dimanche: Auf nach Versailles!

Heute Morgen waren wir beim typisch französischen Frühstück mit Croissants, Tartines und Chocolat Chaud sehr aufgeregt. Wir hatten drei „erste Male“ vor uns: Ein Besuch des majestätischsten Schlosses von Versailles, die erste Bahnfahrt in der chaotischen Pariser Métro und am nervenaufreibendsten – ein traditionelles, französisches Dreigänge-Menü im Quartier Latin!

Das Zweitbeste an Versailles war, dass wir an der kilometerlangen Menschenschlange vorbeiflanierten auf unserem Weg zum Spezialeingang für vorreservierte Schulgruppen. Das konnte nur getoppt werden vom weltberühmten Spiegelsaal und einem Selfie-freundlichen Schwan, der uns viel Freude bescherte, als wir auf die Wasserspiele im riesigen, prachtvollen Schlossgarten warteten. Diese fielen aber bedauerlicherweise ins Wasser. Nichtsdestotrotz waren wir begeistert von den wunderschönen Brunnen, Skulpturen und Gemälden von z.B. König Ludwig XIV, König Ludwig XVI und andere Könige, die nicht Ludwig hießen.

Einmal zurück im Hostel machten wir uns zurecht, um uns in das Pariser Nachtleben im Studentenviertel zu stürzen. Aber bevor wir ankamen, mussten wir uns mit der Métro anfreunden. Wir bauten doch recht schnell eine Hassliebe zu diesem effizienten, jedoch total verrückten U-Bahn-System auf. Besonders erwähnenswert sind die Métro-Tickets, die ein Eigenleben zu haben scheinen; die Bahntüren, die nach 10 Sekunden schließen, auch wenn du dazwischenstehst; und wie gewöhnlich es für Pariser ist, 80 Menschen in einen Wagon zu lassen, obwohl er nicht mal für die Hälfte davon ausgelegt ist – Willkommen in „Sardinien“. 😀

Im Restaurant haben einige von uns „interessante“ Gerichte wie Hase mit Roquefort-Soße, Schnecken in Knoblauchsoße und einen Topf voller Muscheln bestellt. Diejenigen, die sich weniger trauten, entschieden sich für ein leckeres Rumpsteak. Nur Frau Kalus war schlau genug zu erwähnen, dass sie ihr Fleisch gerne „bien cuit“ hätte; der Rest von uns musste mit blutigen Rumpsteaks klarkommen, die die Pfanne höchstens für fünf Sekunden gesehen hatten. Die männliche Fraktion hatte weniger Probleme mit dem halblebendigen Steak und bekam zu ihrer Freude zusätzlich zu ihren eigenen Rumpsteaks noch die der Mädchen. Zur Erleichterung aller waren die Desserts mehr als nur essbar, insbesondere die Crême Brûlées und Tarte Tatin.

 

Gerade als wir satt und zufrieden am Tisch saßen, drückte uns Frau Kalus Métro-Tickets in die Hand und ist plötzlich mit Herrn Michel verschwunden. Ja, wir waren auf uns alleine gestellt und mussten irgendwie nach Hause kommen!!! Am Ende des Tages kamen alle heil zu Hause an … manche deutlich früher als andere.

Écrit par Shania, Leonie, Luisa, Tabea et Lara

Samedi: Von Parfum bis „Pollywood“

Unser erster richtiger Tag in Paris fing morgens in einem beeindruckenden Multimedia-Kino mit einem Film über die Entstehung und Kultur von Paris an.

Dank Frau Kalus‘ hervorragendem Handel wurde trotz überforderten chinesischen Touristen der Film für uns auf Deutsch gezeigt. Sie hatte zwar den Saal komplett für uns als Privatvorführung gebucht, aber den Chinesen erlaubt, sich dazuzusetzen.

Nach einem obligatorischen Zwischenstopp im benachbarten (geilsten!) Schokoladengeschäft sind wir zur Fragonard Parfümerie gegangen. Dort hatten wir im Parfüm-Museum eine super interessante  private Führung auf Englisch. Einige von uns stellten plötzlich fest, dass sie wohl besser im Englisch-Unterricht aufgepasst hätten. Dort haben wir so viel interessantes gelernt: Ein Parfüm wird mit Noten komponiert wie ein Akkord. Nur bestimmte Töne passen zueinander. Dabei gibt es vier verschiedene Intensitäten. Außerdem soll man niemals Parfüm im Badezimmer aufbewahren.

Während wir in Gruppen versuchten, Düfte zu erkennen, waren die meisten von uns nicht in der Lage die gängigsten Düfte wie Rose oder Bergamotte zu erkennen. Und was bitte ist Orangenblüte?

Mit Taschen voller Parfums und Duftproben und nach einer kleinen Erholungspause haben wir uns auf den Weg ins Montmartre-Viertel gemacht. Unser Plan, die beruhigende Atmosphäre zwischen romantisch mit Efeu bewachsenen Häuserwänden und zwischen Malern im Künstlerviertel zu genießen, wurde wegen eines einmal im Jahr stattfindenden Weinfestes etwas über den Haufen geworfen. Abertausende von Menschen wurden ins Viertel gelockt, mitten vor die Basilika Sacré-Coeur. Trotzdem sind wir in die majestätische Basilika hineingegangen und sind sogar bis in die Kuppel hinaufgestiegen. Von dort hat man den wohl schönsten Blick auf den Eiffelturm und ganz Paris.

Anschließend sind wir auf eine Hollywood-Film-Location-Bustour gegangen, nur eben ohne Hollywood und ohne Bus. Aber dafür haben wir viele Drehorte aus dem Film „die fabelhafte Welt der Amelie“ zum Anfassen gehabt und konnten den Film so hautnah nacherleben. Zudem begegneten uns im Künstlerviertel die verrücktesten und überwältigendsten Graffitis, die oft noch besser waren als die Kunstwerke auf dem Place du Tertre.

Écrit par Damaris et Étienne

Paris – die Reise beginnt!

Oh là là – es war endlich soweit! Morgens in der Früh trafen sich alle Schüler, Monsieur Michel und Madame Kalus im Brunsbachtal, um in die Stadt der Liebe zu fahren. Unsere Reise führte quer durch Belgien und Nordfrankreich. Unsere Vorfreude blieb aber in einem Stau an der Pariser Stadtgrenze stecken. Dieser Stau, obwohl für Paris völlig normal, war für uns Deutsche unfassbar chaotisch. Das frustrierende Schneckentempo wurde nur gerettet durch Monsieur Michels seltsame Selbstgespräche mit dem Mikrofon in der Hand (er nannte es eine „Stadtführung“).

Endlich hatten wir unser Hostel erreicht, das auf den ersten Blick so aussah, als hätten die Hippies seit den 70ern Paris nicht verlassen. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen haben, folgte eine augenöffnende Wanderung namens „Paris by night“. Was viele begeisterte, waren die bunten Farben vom Nachtleben. Die Staatsoper stach dabei sehr besonders heraus. Zum Abschluss der Wanderung mussten wir alleine nach Hause finden (Gott sei Dank gibt es Google Maps!). Komischerweise kamen alle Schüler vor den Lehrern an. Es gingen viele Schüler dann im Supermarkt namens „franprix“ einkaufen. Trotz der Schwierigkeiten mit dem Anpassen der Sprache, bekam fast jeder das, was er wollte. Am Abend kochten manche Schüler zusammen ihr Abendessen, worauf sie komatös in die Betten fielen.

Écrit par Collin et Sam